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Im November 2009

Rundbrief des Vorstandes an alle Mitglieder

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde

Sie haben lange nichts mehr von uns gehört – unter anderem auch deshalb, weil 2009 keine statutarischen Geschäfte anfielen: die Gründungsversammlung vom 13. Dezember 2008 galt ja bekanntlich als Vereinsversammlung von 2009, eine nächste Vereinsversammlung ist also erst im ersten Halbjahr 2010 notwendig.

In unserem Rundschreiben vom April haben wir über unser Mitgliedertreffen auf dem Monte Verità berichtet, welches in einer spannenden Diskussion endete und sich die Perspektive einer späteren Rückführung des Rundbildes ins originale, im Innern allerdings weitgehend veränderte Haus in Minusio eröffnete. Damit wäre, wie im Brief vom April ausgeführt, auch der Kontext zum übrigen Nachlass wieder hergestellt, aus dem das Rundbild stammt, der vielen Teilnehmenden sehr am Herzen lag. Die Eigentümerin (Gemeinde Minusio) hatte mit dieser Idee Mühe, wie sie uns auch schriftlich mitgeteilt hat, aber das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen. Es wird an uns liegen, gute Argumente beizubringen, die die Gemeinde von den Vorteilen einer Rückführung überzeugen.

Das Entscheidende im derzeitigen Zeitpunkt ist dies:

  • Das Elisarion ist inzwischen offiziell Teil des Gesamtprojekts zur Sanierung und ‹Wiederauferstehung› des Monte Verità. Hier hat unsere Vereinsgründung sicher schon mal Wirkung gezeigt. Vor kurzem, am 8. und 9. Oktober 2009, wurde durch die Stiftung des Monte Verità landesweit – mit Veranstaltungen in Lausanne, Zürich und Ascona – für das inzwischen auf 5,65 Millionen Franken bezifferte Sanierungsprojekt geworben, als Startschuss für ein anspruchsvolles Fundraising-Projekt, weil von der öffentlichen Hand nur etwa die Hälfte zu erwarten ist. Ein Patronatskomitee ist nun aufgefordert, die fehlenden Mittel bei Privaten und in Wirtschaftskreisen zu finden. Das Projekt heisst ‹Monte Visione› und umfasst die seit Jahren dringende Sanierung der Casa Anatta und Wiedereinrichtung der von Harald Szeemann konzipierten Ausstellung sowie eine vermehrte Vermittlungsarbeit und Verankerung in der Region. Der Monte Verità soll – ganz im Sinn von Harry Szeemann – über den geografischen Ort hinaus als das ‹Bermudadreieck des Geistes› wahrgenommen werden – mit den Brissagoinseln, Minusio, ja sogar mit Montagnola und Hermann Hesse. Für uns wichtig: Minusio, das ist nichts anderes als das Elisarion!
  • Eingebunden in den Kontext des Monte Verità wird das Elisarion so nicht mehr als isoliertes Problem, als ortsfremde Kuriosität oder als ‹quantité négligeable› gelten können, sondern jenen Stellenwert bekommen, für den wir uns stark machen. Das hilft in Minusio und im ganzen Tessin jenen Verantwortlichen, die mit uns am gleichen Strick ziehen. Ihnen wollen wir ja mit unserem Verein in erster Linie helfen.
  • Mit dieser Einbindung ist auch sicher gestellt, dass die Restaurierung des Rundbildes sorgfältig und fachgerecht gemacht wird, sowie dass bei einer Wiedereinrichtung, sollte sie auf dem Monte Verità erfolgen, auch den Fragen von Sicherheit und Klima angemessen Gewicht beigemessen wird, und dafür die Mittel zur Verfügung stehen.

Dass die Frage der Sicherheit nicht gelöst war, war seit langem eine Sorge unseres Vereins und der Verantwortlichen des Centro Culturale. Nun sind, als Folgen unserer gemeinsamen Reklamationen, drastische Schritte entschieden worden. Ab sofort kann das Rundbild nur noch besichtigen, wer vorher bei Direktor Rossetti vom Monte Verità, bei Claudio Berger vom Elisarion oder Andreas Schwab als Projektleiter die Bewilligung zum Erhalt des Schlüssels eingeholt hat.

Das ist wichtig, wenn Sie gedenken, in nächster Zeit dem Rundbild einen Besuch zu machen oder Bekannte hinzuschicken. Die entsprechenden Telefonnummern sind:

Claudio Rossetti 091 785 40 40    
Claudio Berger 091 743 66 71 oder 079 711 53 21
Andreas Schwab 031 381 02 27 oder 079 753 44 77

Trotz dieser radikalen Verbesserung der Situation in Sachen Sicherheit haben die Verantwortlichen des Kantons Tessins, des Centro culturale Elisarion und des Monte Verità neulich entschieden, das Rundbild gelegentlich unter Aufsicht eines Restaurators abzubauen und an sicherem Ort einzulagern. Wir bedauern dies, aber verstehen auch, dass damit das Werk zumindest vor weiteren klimatischen und sonstigen Gefahren endlich geschützt wäre. Sie müssten sich also beeilen, wenn Sie das Rundbild an seinem heutigen Standort sehen möchten.

Unabhängig von solchen Entscheiden will unser Verein weiterhin über die Fragen nachdenken, die unser Präsident Fabio Ricci schon im letzten Rundschreiben formuliert hat: 

  1. Wie kann der Nachlass gesichert und zugleich in ein zukunftsorientiertes, museales Konzept eingebettet werden, das für die Gemeinde Minusio gewinnbringend ist?
  2. Vergleichende Kostenanalyse bezüglich der unterschiedlichen Ausstellungssituationen Monte Verità und Minusio.

Ein geplanter Workshop wird leider dieses Jahr aus Termingründen nicht mehr stattfinden können, aber wir versprechen: wir werden einen solchen im neuen Jahr nicht aus den Augen verlieren. Wir denken an einen Anlass im Frühling, verbunden mit der Vereinsversammlung

Zu den erfreulichen Mitteilungen dieses Rundbriefes gehört schliesslich der neue Mitgliederbestand: 30 Einzelmitglieder, 13 Paare, 3 Firmen. Auch wenn wir mit den kleinen Jahresbeiträgen, die wir erheben, noch länger keine finanzielle Macht haben werden, wächst der Einfluss mit jedem neuen Mitglied. Deshalb danken wir Ihnen allen für die Anwerbung weiterer Mitglieder: mittels Prospekten, welche bei Georg Linsi erhältlich sind, oder mittels e-Flyer.

 

Mit herzlichen Grüssen

der Vorstand: Fabio Ricci, Lukas Piccolin, Georg Linsi, David Streiff