Der fotografische Nachlass von Elisarion

Der «Fonds photographique Elisarion», dessen Restaurierung durch Christophe Brandt und sein L'Institut suisse pour la conservation de la photographie im Jahr 2011 abgeschlossen werden konnte, umfasst rund 330 Glasplatten (meist im Format 13 x 18 cm), etwa 500 Vintage-Abzüge dieser Negative aus den Jahren 1900–1950, meist auf braunen Bogen oder in Alben montiert, unzählige Cartes de Cabinet und Cartes de visite der Familie, private Fotos von Freunden und Modellen, Werke anderer Fotografen sowie Fotografien von Kunstwerken der Antike und der italienischen Malerei, die dem Maler Elisàr von Kupffer zur Inspiration oder Vorlage dienten.

Nach dem Tod Elisàrs von Kupffer 1942 und seines Gefährten Eduard von Mayer 1960 ging das Haus samt Inhalt auf Umwegen an die Gemeinde Minusio. Dieser fehlte es an Verständnis für die Bedeutung dieses Nachlasses. So wurde, als man sich entschloss, das Elisarion in ein lokales Kulturzentrum zu verwandeln, das Gebäude vollständig ausgeräumt. Damit wurde der Gesamtzusammenhang und die beziehungsreiche ikonografische Ordnung zwischen Gemälden, Möbeln, Kultkleidern, Säulengängen zerstört. Nicht nur ist die farbige Gesamtausstattung des Innern, wie der mit Säulengängen versehene Garten verschwunden – noch schwerer wiegt der Verlust der Inszenierung des Übergangs aus der Wirrwelt ins helle Rundbild der «Klarwelt der Seligen». Es ist allein Harald Szeemann zu verdanken, dass sich dann doch noch viel von den Werken der beiden Herren – Malerisches wie Schriftliches – erhalten hat, dazu gehört auch der fotografische Nachlass.

Angesichts des Verlustes des originalen Gesamtzusammenhanges und der originalen Einrichtung kommt dem fotografischen Nachlass eine Schlüsselrolle zu, denn nur Fotografien zeigen, wie es einmal ausgesehen hat. Die digitale Aufbereitung der erhaltenen Glasnegative und die Restaurierung der Vintage prints war Voraussetzung für eine erweiterte Kenntnisnahme dieses einzigartigen Nachlasses. Diese Aufarbeitung, zur Hälfte durch den Verein Memoriav finanziert, bildete die Grundlage zur Realisierung der Ausstellung, die unter dem Titel «Das Elisarion und seine Ursprünge» im Elisarion zwischen September 2011 und August 2012 zu sehen war. 

 

Historischer Zustand

Porträt-Galerie

 

Fotografischer Nachlass – Fondo fotografico Elisarion der Gemeinde Minusio