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Der bürgerliche Glaube III

Von der Willensenteignung aus, die den Grund und Boden der Philosophie bildet, vollzieht sich auch die eigentliche Natur­er­kennt­nis, die Wissenschaft vom Werden des Menschen. Zu andrer Erforschung der Welt, als im Hinblick auf baren Nutz­wert zugunsten der Arbeitsgemeinschaft, vergönnt der Fron­vogt der Taten, der Hunger, dem Sinne des Menschen keine Musse. Die Priester hatten ehemals nicht anders die Erd- und Himmelskräfte durchforscht, die Zauberärzte nicht anders, die Handwerksklugheit nicht anders, als in der Zeit wo die Volks­wirtschaft neue Erwerbswege suchte, der wis­sen­schaft­liche Geist es tat, ohne mehr den Naturbann der Kirche zu fürch­ten. Der Bann verschwand nur scheinbar, war er doch im Wil­lens­zu­stand begründet, der nahezu gleich geblieben war.

Die Wundererfolge der Technik bewirkten auf zweierlei Weise die stete Eingemeindung des Willens: geistig und wirt­schaftlich.

Einerseits stellten die Erfolge der Technik das ganze Wirt­schaftsleben auf neue Grundlagen: allerweiteste Ar­beits­tei­lung und Güter­ver­knüpf­ung – ordneten sie den Einzelnen unter unendlich stärkere Sammelgruppen als früher je – trieben sie ihn mehr als je in Ersatzbedürfnisse, deren Befriedigung ihm zur Gewohnheit wird: Alkohol, Tabak, Reizmittel, ner­ven­peit­schende Spannung durch Glücksspiel, Presse. Theater, ner­ven­entspannenden Komfort im täglichen Heim, alles Dinge, die ihn von gross­ge­werb­li­cher Hilfe abhängig machen. Und and­rer­seits galten diese Staunen erregenden Leistungen nun als Beweis, wie richtig die Grundlagen ihrer Forschung wären, die dem Ein­zel­wesen blind und fremd gegenüber stehen.

Eben: diese wissenschaftlichen Grundlagen sind – trotz allen Gegensatzes von Bibelurkunde und Naturgegenwart, Grübelei und Beobachtungsinn – dennoch im Willensstande denen der Kirchenwissenschaft gleich. Der fromme Scho­las­ti­ker unterwarf sich ja den Bibelschranken doch einzig darum, weil sein Empfinden die Nichtigkeit seines Selbst vor ewig gültigen Machtgesetzen bekannte, die ihm die Bibel bezeugte; des heutigen Forschers Empfinden bekennt die gleiche Nich­tig­keit seines Selbst vor ewig gültigen Allgesetzen – nur findet er sie statt in Büchern im Arbeitsgefüge der Kräfte. Und hat er Recht, so beweist er damit, dass auch die Scholastiker ebenso Recht hatten, und dass in ihren Büchern die gleiche we­sens­wahre Erkenntnis stand, war die Sprache auch mystisch und nicht «exakt». Es gibt für die Techniker keinen Grund um diese Nichtigkeit anzufechten …

Technikglaube und Bibelglaube, beide sind vom gleichen Hungerwahn geblendet.

* * *

Gewiss ist mancher Forscher nach Geistesart, nach Wirt­schafts­gunst nicht auf Nutzung der For­schungs­er­geb­nis­se ein­gestellt – die Forschung wird sogar am besten von brot­ge­sich­er­ten Geistern, wie einstens die Seelenleitung von brot­ge­sicherten Priestern, geleistet; dazu stellen die staatlichen Wirt­schaftsmächte sogar die Mittel in La­bo­ra­to­rien, Bib­lio­the­ken, Akademien, Universitäten, Expeditionen bereit. Doch ist auch in solchen Forschern der Hungergeist ihr Berater.

Er lehrt sie die Menschen und Dinge als hinfällig, kraft­be­schränkt, vom Stoffe bedingt begreifen, sie nach Stoff- und Kraftleistung schätzen, als stoffumsetzende Kraftmaschine und kraftumsetzende Stoffmaschine werten – als blosses Ma­schi­nen­teil im Grossgefüge der irdischen Arbeitsgemeinschaft, im Weltgefüge des all-gemeinsamen Arbeitsverlaufes.

Und weiter: die Hungererfahrung lehrte die Forscher den Brotwert der Massenarbeit; so sieht er die Masse als Grund­er­schei­nung. Die Hungerreglung hatte den Nutzen fester Ge­mein­ge­setze gezeigt, sie hatte den Forscher selbst den Gesetzen eingeordnet, ihn Leben und Wirken einzig unter Gesetzen, durch Gesetze und für Gesetze empfinden lassen – so sucht er in all der mannigfaltigen Welt einzig nach Zwangsgesetzen des Einzelwirkens zu Gunsten von Massenzielen. Die Hun­ger­wirt­schaft hatte die unerlässliche Vorsicht von Vorratsprüfungen, Vorberechnung der Leistungskosten eingeprägt; die Kosten der Arbeit bestimmten empfindlich den Nutzen der Dinge, den Wert jeder Ware – so übertrug der Forscher aus Nutz­em­pfin­den und Rechnungsgewohnheit das Zählen hinein in die Le­bens­er­forschung.

Die Zahl ist die eine Denkform («Kategorie») der Wis­sen­schaft, Zahlengesetzesmässigkeit ist ihr Ziel, denn dadurch allein wird das Leben gemeinnutzbar, wird es für den ent­eig­ne­ten Willen zum Arbeitsplatze; so wird es dem ein­ge­mein­de­ten Geist überhaupt begreifbar.

* * *

Die Zahl, so wichtig in allem äusseren Massen- und Kraft­ver­kehr, bedeutet im Innerlich-Geistigen nichts;41a und doch beherrscht sie das heutige Weltbild in vielerlei Form, vom reinen «Experiment» bis hin zur «Statistik». Aus dieser Tat­sache schon lässt sich der tiefe Materialismus des heutigen Geistes in all der monistisch-eigenwidrigen Allsucht folgern; das Hungergeschäft besetzt und zerstört die Seelenfreiheit. Erkenntnisenge aus Willensschwund durch Hungergemeinfron muss in der «Arbeitsteilungsgesellschaft», die nichts von innerem Wachstum weiss, immer weiter zur Lebensabkehr führen.

Diese Lebensabkehr, diese Enteignung zeigt sich im Wis­sen­schaftlichen, neben der Zahl, als Begriff.42

Begriffe, im allgemeinsten Sinne, sind Sammelworte ver­wandter Erscheinungen, abgekürzte Bezeichnungen, Nutz­for­meln eiliger Mitteilung – unentbehrlich im hungertätigen Sam­mel­leben; sie sind das Knochengerüst der Gemeinsprache. Und mehr: in ihnen spielt sich Gruppenbildung und Arbeits­tei­lung des Menschheitslebens ab, die fortschreitende Ein­ge­mein­dung, denn jeder Begriff ist Gruppengrenze.

Freilich, die Sprache kann der Begriffe gar nicht ent­beh­ren, ja eigentlich steht der Begriff am geschichtlichen Anfang der Sprache, obschon durchaus nicht an ihrer Wesensquelle. Diese ist der Drang der eigentätigen Seele, die eigne Le­bens­schwin­gung ins Weite hinaus zu entsenden, besonders dem regen Atemwerkzeug, Lunge und Mund, überwiesen; aus sol­chem Eigenruf entwickelt sich dann im Gegenrufe der Lebens­teil­neh­mer das, was geschichtlich die Sprache heisst, die Ver­ständigung. Da ergibt es sich dann, dass ungeschultes Em­pfin­den, der Drang der Hungerbefriedigung, Sammelaus­drü­cke schufen.

Zwar erschienen die Einzeldinge wohl als gesonderte Ge­gen­stände, aber die ungefähre Gleichheit und gleiche Brauch­bar­keit, kurz die «Ähnlichkeit» – fern von aller Wesen- und Wirkungsfeinheit – war genügend um vieles als gleich nützlich zu kennzeichnen; das Kind denkt nicht anders: «Papa» ist ihm anfangs jedes erwachsne, männlich gekleidete Wesen, «A-a» ist ihm alles Fliessende – ihm genügen die gröbsten Merkmale, diesem Denker in Windeln. Und anders wertet auch nicht der Er­wach­sene die «Geschlechts»-Merkmale, in plumper Tei­lung der Nützlichkeit.

So schuf das vorschnelle Denken der Menschheit in ihrem Kindeszustand, vom Hunger nur plump beraten, baldigst die ersten Begriffe, die dann erst halbwegs zu Einzelworten wer­den, wenn der Umkreis des Lebens allmählich wächst und neue Begriffe nötig werden; dann wird der alte Begriff ver­hält­nis­mäs­sig bestimmter, wird engerem Nutzkreis zugewiesen. So würde das Einleben des Menschen in wirklichem Umgang mit jedem Dinge, allmählich alle Begriffe in Einzelbezeichnungen, Eigennamen umsetzen –, im Spiele tut es das Kind, das eben in seinem Spiele die tieferen Menschheitskräfte neben der Hun­ger­ober­fläche betätigt, liegen in ihm doch im Keim die spä­te­ren Entwicklungslinien noch bei einander. Jedoch die Hun­ger­ar­beit verhindert solches ruhiges Einleben des Menschen in den Einzelaustausch mit den Dingen.

Erstens fehlt bei der Arbeits-Einspannung solche seelische Musse, und ausserdem führt die weitergreifende Ein­ge­mein­dung gerade zu neuen, sich vordrängenden Sammel­er­schei­nun­gen, neuen Begriffen. Und da die neuen Begriffe sich im Zu­sam­men­hang mit der immer machtvolleren Hungerreglung bilden, empfangen sie solch eine (angemasste) Würde, dass sie der Entbegrifflichung stets entgegenwirken, wenigstens tun sie das im Werturteil des Zeitgeistes; dieser ist ja be­strebt, in öffentlichem Leben, Schule und Haus, die Namen der Dinge ins Begriffliche, Allgemeine zu ziehen.

Dies ist die schärfste Gegenerscheinung zu jenem, durch Hunger zwar verzerrten, doch wesenstiefen Gefühl der Urzeit: durch Namensnennung, also persönlichen Anruf, die Geister zwingen zu können. Es ist, als ob das eingott-gläubige Bibel­verbot, den Namen Jahwes zu nennen – damit sich der kleine Mensch keine Macht über ihn erwürbe – allmählich die Spra­che durchgiftet hatte, und so vom Geistigen her der Un-Per­sön­lichkeit Vorschub leistete. Das heutige All­ge­meinempfinden der Un-Persönlichkeit, die zur Herrschaft der hohlen Begriffe drängt, war schon damals im jüdischen Le­bens­kreise gültig. Wie lästernd-verbrecherisch-umwälzend muss der Name «Vater im Himmel» den Sinai-Frommen ge­klun­gen haben – in diesem nahen Herzensverhältnis war die Schreckensherrschaft des unnennbaren Herrn überwunden. «Name ist nicht Schall noch Rauch», trotzdem es Goethe in seiner spinozistischen Zeit den zergrübelten, lebensverarmten Faust behaupten lässt.43

Es lässt sich unbedenklich und unübertreiblich sagen: die Ausbrüche und Ausdrücke echten Gefühls, die unmittelbar quel­lend dem Menschen entströmen, als Selbst- oder Dop­pel­ge­spräch des Empfindens, müssten eigentlich Einzelzeichen für jeden Einzelaustausch von Mensch und Mitwesen werden – Eigennamen. Durch hungerfronende Eingemeindung werden sie aber zu starren Nutzformeln und Nummern; und Leibniz, der Schwärmer der «prästabilierten Harmonie» (System Louis quatorze), träumte davon, die Erkenntnis auf blosse ma­the­ma­ti­sche Formeln zu bringen.

Am Urquell der Sprache steht das Gefühl, das Ei­gen­er­leb­nis, und ihre Höhe wären Namenrufe in lautrer Be­geis­te­rung; daraus macht das Hungergemeinleben Begriffe. So ist der Be­griff das Verhängnis der Sprache.43a

Gewiss! der Begriff, der kurze Umriss vieler Er­schei­nun­gen, Mittellinie vieler Strebungen, kann zur Waffe gegen das plumpe Arbeitsdenken der Eingemeindung werden, in wil­lens­starkem und willensklarem Geiste. Ja! gegen die Geis­tes­ver­grö­be­rung unsrer Gewerk- und Gewerbegesittung bleibt die schar­fe Begriffsdurchschürfung, der allerfeinste Schliff der be­griff­li­chen Wertworte, die klarste Prüfung und Eichung der Wort­wer­te heute ein unerlässliches Mittel – doch einzig für den zu verwenden, der willensscharf in der Dinge Verwirrung schaut, und eigentlich nicht die Massenoberfläche der Dinge, vielmehr gegen diese Verschlackung des Lebens – die grossen Wesens­strö­me zu fassen sucht.

Für jeden, der nicht zum Eigenwesen bewusst gereift ist, bedeuten Begriffe die Aderverkalkung des Geistes, die zu­neh­men­de Rückkehr geistiger Lebensfülle zur Geistes- und Le­bens­kargheit – verkindende Alterung, grade so wie unser künf­ti­ger Proletarierstaat den Urproletarierzustand der ersten Hun­ger­fa­mi­lie erneut.

* * *

In solcher Empfindungsalterung lebt der Geist nicht bloss des Scholastikers, seit Sokrates bis zu den heutigen Tagen – auch des Naturforschers Denkform ist ebenso starr und ein­ge­engt.

Jener geht freilich scholastisch von irgend welchen Be­grif­fen, Gemeingefühlen aus, und spult daraus des Lebens Man­nig­fal­tig­keit, lässt es eben deshalb vom Allgemeinen abhängen – dieser geht zwar von der Einzelfülle des Daseins aus; dennoch strebt er auf eben dieselbe Verallgemeinerung hin, weil er die Dinge doch nur soweit zu begreifen vermag, als er sie von All­ge­meinem abhängig macht.

An seine Kolben, Gläser, Gewerke tritt er von vorne herein mit Vorurteilen seines Gemeingefühles heran und stellt den Erkenntniswerkzeugen nur die eine Frage nach Allgemeinheit, die eine Antwortforderung: Allgemein-Gesetzliches her­zu­ge­ben. Nicht die Einzelzusammenhänge, das Ineinandergreifen der Einzelkräfte im eigenen Austausch, sieht er und will er sehn – sondern Zusammen-Hörigkeit darzutun, ist sein ein­zi­ges, ste­tes Gefühl der Forschung. Formeln aufzustellen, als deren hö­ri­ger «Einzelfall» das lebensvolle Einzelgeschehen gilt. Daher ist die ungeheure Fülle von Tat­sachen, die in em­si­gem Fleiss die Naturerforschung gesammelt, nur eine Menge von halben Tat­sachen, Tatsachenhülsen – Rohstoff künftiger un­be­sto­che­ner Erkenntniskraft.

Die Naturforscher (und Wirtschaftsforscher, Ge­sit­tungs­for­scher gehören zu ihnen) sind derart durch und durch im Willen enteignet und eingemeindet, dass sie die Frage nach Wesenheit, Sinn und Wert des Einzelnen gar nicht erst stellen. Ihnen genügt es, die Arbeitsbedingungen einzusehen, unter denen die einzelne Leistung erfolgt.

Das wäre ja äusserst nützlich, und ist es als Anwendung ohne Zweifel. Der Forscher glaubt aber damit alles erforscht zu haben, und hat doch einzig die enge Gemeinnutzbarkeit er­probt, und die ist ja nur auf Hungerarbeit gestellt, der eignen Gestaltungskräfte des Einzelnen unbedürftig. Die neuste For­mel der Wissenschaft lautet denn auch: die Dinge nur als Leis­tungs­werte («Funktionen»), nicht als Wesen («Substanzen») zu fassen.44

Das wäre weiter nicht schlimm, sobald die Forscher sich sagten, dass sie damit nur einen Teil und Ausschnitt des Da­seins erfassen. Doch allem Wirklichkeitssinne zum Trotz den sie, nach ihrer Behauptung, gepachtet haben – sind sie derart Scholastiker, dass sie nur dann eine Wesensheit zugeben kön­nen, wenn sie sich in Begriff und Formel einfangen lässt. Wenn der Begriff, in der engen Gemeinerfahrung der Hun­ger­ar­beit erworben – wenn die Formel, zu engem Gemeinnutzen der Hungerarbeit geschaffen, die volle, reichere, tiefere Tatsache nicht erfassen kann: dann erklärt der Naturforscher diese für unbeweisbar, für wertlos, für nicht vorhanden. Der Begriff (und seine Gebrauchsanweisung, die Formel) erweist sich in echt scholastischer Weise auch beim Naturforscher als We­sens­urkunde, Wesensbeglaubigung – ist aber nur die Ur­kun­de seiner willensgeschwächten Geistesverdumpfung.

* * *

So werden, aller Gefühlsscholastik zum Trotz, die hochgelobten «Denkgesetze», auf die sich alle Scholastiker doch versteifen, nun doch misshandelt – und verworfen, sobald sie gemein­wid­rige Folgen ergeben.

Der Forscher ist zufrieden, wenn jede Einzelleistung er­le­digt wurde, indem sie «Gesetz» genannt wird; er ist beruhigt, sobald das Einzelding zum blossen Vertreter der Art, der All­ge­meinheit gestempelt ward und damit abgetan ist. Und so über­sieht er – er, dessen Augen nur auf der Wirklichkeit ruhn – wie wenig die Folgen seines dürren Daseinsgerüstes mit denen des wirklichen Lebens übereinstimmen.

Wie ist es im öffentlichen Arbeitsleben?

Arbeitsvorschriften regeln umgrenzend mit hoher be­hörd­licher Zustimmung jedes Einzelnen Leistung.

Der Einzelne arbeitet also gleichmässig vorbestimmt.

Nun wiederholt sich aber jede Einzelerscheinung des Da­seins ebenso gleichmässig bei gleichem Kräftezustand.

Und daher sieht der Forscher in allem Geschehen einzig Zwangsbestimmungen, ganz als wäre das Dasein ein einziger Polizeistaat von Arbeitsfronern. Das nennt er Natur-«Gesetz» – in blindem Antropomorsismus des Arbeitsbürgers, von altem Gespensterglauben erbhaft («atavistisch») beeinflusst. Er sieht aber gar nicht, wie die Einzelwesen sich gegen die meisten Ge­setze empören, sie ausser Kraft und Geltung setzen.44a

Er hat trotz aller Augengläser nicht in das Leben geschaut und nicht den Daseinskampf jedes Einzelwesens gegen die All­gemeinheit gesehen – ist sein enteigneter Wille doch der All­ge­mein­heit hörig. So fragt er sich gar nicht: wie denn ein, seinem Gemeingefühle nach, «nichtiges» Ding, das Einzelwesen, sich gegen die Allmachtsbestimmungen stemmt – wie denn ein we­sen­loses «Elektron» oder «Atom», eine «Eiweissgruppe» oder ein blosser «Schein» die Kraftumsätze ändern kann, als Ei­gen­kraft messbar zu wirken vermag. Und das tut nicht bloss der Mensch in seinem strebenden Willen, das tut schon jede Pflan­ze, die gegen das Allmachtsgesetz der Schwere den Saft des Lebens em­por­trägt.

Der «strenge» Naturforscher kennt die Grundregel alles Er­ken­nens nicht: «keine Wirkung ohne entsprechende Ur­sache» – denn sonst müsste er ebenso wohl im Einzelgebilde inmitten des Raumes, wie im Einzelwirken inmitten der Ge­gen­be­strebungen, die Eigenmittelpunkte der Kraft erkennen, die Eigenmächte. Aber er kann, enteignet, die Eigenmächte nicht werten; er kann, im Arbeitsgefüge, das ihm seine Leistung zumisst, die Mehrung des Daseins nicht fassen – so kann er auch nichts begreifen als dürftigen Notdurftnutzen, den drei­fa­chen Stillstand der ewig unvermehrbaren Kraft, der ewig das Leben umgrenzenden Art, der ewig die Leistung er­zwin­gen­den Weltgesetze. Er ahnt nicht mal die Ur- und Grundlücke seiner Erkenntnis.45

* * *

Es kann zunächst ja scheinen, als stünde dem Oberbegriff der früheren Geisteszeit, dem «Wunder», im neuen Denken der neue Oberbegriff «Gesetz» gegenüber.

Doch zeigt sich beim näherem gedanklichen Eindringen, dass im Na­tur­erkennen des eingemeindeten Geistes der alte Oberbegriff, das Wunder im Sinne von Aufschub, Bruch oder Aushebung der Vorgangsgesetze, noch ebenso gültig ist, wird es auch nimmer eingestanden.

Der frühere Mensch fühlte sein Leben von Geistern und Göttern geleitet, die je nach persönlichem Augenblicksbelieben so oder anders die Dinge gestalteten; Willkür war die Welt­ver­fas­sung, wie irgend in einem despotischen Staat.

Später, als feste Gemeinbestimmungen nötig wurden, schien auch die Umwelt von festen, gültigen Ordnungsregeln zu stetigem Sein und Geschehen bestimmt; und nur besondere, seltene Vorgänge sprachen weiter vom Walten persönlicher Mächte, die jeweils eingriffen, mächtiger als die Durch­schnitts­ord­nung. Und diese Staunen erregenden Eingriffe wurden als «Wunder» zum letzten Hoheitsrechte der Himmlischen, etwa dem Veto- und Begnadigungsrecht der heutigen Herrscher ähn­lich.

Endlich wurden solche Wundereingriffe – in der Über­gangs­zeit Natur-«Spiele» genannt – einfach im Massensinne beseitigt; es darf nur gesetzmässig Gleiches, Stetes geschehen. «Keine Ausnahme ohne Gesetz», lautet das Wortspiel der Wissenschaft.

Aber die «ewigen», «unerbittlichen», «unveränderlichen» Naturgesetze, denen sich nichts widersetzen kann, haben be­stän­dig ihr Wesen verleugnen und ihre Gewalt missachten sehn. «Ewig» galt das «Gesetz» der Pflanzenbefruchtung, doch ehe es Pflanzen gab, da blieb dies Gesetz unerfüllt im Leeren schweben; «ewig» gelten die Sprach-«Gesetze», doch ehe von Menschen gesprochen wurde, ward durch ewige Zeiten dieses Gesetz durch Nichterfüllung missachtet. Und wenn die Gesetze wirklich in Geltung stehen, genügt es, dass neue Zustände kom­men und einfach, der früheren Gesetze nicht achtend, neu­es Geschehen gestatten: die Lebewesen kümmern sich nicht um die meisten «Gesetze» des leblosen Stoffes.46 So brechen mit ihrem Tun, so hindern mit ihrem Nichttun die Dinge die Macht der Naturgesetze; so wirken sie «Wunder». Und nur durch Anerkennung von «Wundern» im alten Zaubersinne vermöchte der Naturgesetz-Glaube den Widerspruch mit der Wirklichkeit auszugleichen – freilich in Preisgabe seines heiligsten Dogmas.

Alle Erkenntnis bestechend waltet in diesem Natur- und Naturgesetz-Glauben, in seinen Mysterien-Sprüchen des tö­nen­den Fremdworts, in seinen Zauberzeichen der mathematischen Formeln, einzig der Massentrieb – der Trieb, einen jeden Ei­gen­wil­len durch Leugnung zu lähmen, durch Fron zu zer­mür­ben, durch offnen und heimlichen Massendruck nie­der­zu­halten, durch Eichung der blossen Gemeinwerte, Ansehen und Geld zu vergiften, durch Schlag- und Hohlworte ein­zu­schlä­fern.

Nach dem Neidwunsche derer, die dem Hungerwahne hörig und nur in der Nahrungsreglung, mit schönem Kling-klang verputzt, die Werte des Lebens bekennen, soll das Einzel­we­sen zunichte werden; und darum wird das Einzel­we­sen von allen vier Fakultäten (Theologie, Recht, Medizin, Philosophie) feierlich weggelogen.

* * *

Neben der Zahl, dem Begriff, der Formel – die alle drei im «Naturgesetz» vereint sind – neben diesen geistigen Stütz­punk­ten des heutigen «wissenschaftlichen» Weltbilds, erweist sich als Siegeszeichen des Hungergeistes, der Leben und Glau­ben durchdringt, die Maschine.

Das erste Werkzeug des werdenden Menschen ward als Zauber gefügt,47 um die Hungergespenster zu bannen; dann ward das Werkzeug zur Waffe des Handwerks und lehrte den Menschen durch Arbeit, Erzeugung von Austauschwaren, an ungeniessbaren Dingen wie Steine, Erze, Holz, Gespinste, Le­der, die Nahrungswerte für sich und die Seinen zu gewinnen – es zauberte Brot aus Steinen!

So löste das Werkzeug den Menschen allmählich vom Acker und führte im Masse der Menschenmehrung zum städ­ti­schen Grossgewerbe; dieses stellt wirklich selbst ein All-«Ge­werk», eine All-Maschine dar und beruht stärkstens grade auf der Entwicklung des alten, klüglich handbetriebnen Geräts zum Grossgeräte und Grosswerkzeug. Dieses ist die, mit barer Kraft betriebene Maschine – ob diese Betriebskraft nun tie­rische oder menschliche Muskelbewegung, Wassergefälle, Dampf, oder Elektrizität sei. Der Einzelne, der die Maschine unmittelbar oder mittelbar bedient (oder auch nur sich selber ihrer bedient!) ist allmählich selbst zum Rädchen des All­ge­füges, zum kleinsten Gewerkteil geworden,48 als solches schätz­bar und ist es wert der Gemeinopfer an Nahrung-, Erziehung-, Aus­bil­dung-, kurz an Herstellung- und Instandhaltungskosten Teil zu haben! Er hat die Kosten verzinst, dem Gemeingewerk, der so­zia­len Maschine, als Arbeitskraft wieder zurück geben. Nach Ar­beits­kraft misst sich sein Wert, denn das ganze Leben erscheint als ein Arbeitsgewerk.

Das Gewerk (die «Maschine»), auf dem Gewerbe, Erwerb und Verkehr je länger, je ausschliesslicher gründen, ist der Glanzbeweis und zwingendste Werber des Wis­sen­schafts­glau­bens.

Infolge der Wechselwirkung von Brot- und Arbeit su­chen­der Menschenzahl und eingemeindet-enteigneter Nutz­be­wer­tung der Wirklichkeit –, unentbehrlich, da Hungerwettbewerb allerstärkste Ausnützung jeder Betriebskraft fordert –, loh­nend, weil Massenleistung auch Massenabsatz ermöglicht –, muss die «Maschine» die Nutzerforschung heischen, den baren Wirt­schafts­sinn züchten, jeden Einzelnen fest in die Hun­ger­rege­lung fügen, jedem stetig mehr die Hungerumgrenzung des Lebens einprägen, muss ihm stetig einimpfen, wie überflüssig, störend, lästig, kostspielig, «unrentabel» der Einzelwille des eingemeindeten Einzelnen sei.

Den argen Rechnungsfehler sieht der Maschinengeist nicht, die wahre Betriebskraft erkennt er nicht: denn hörte das Streben des Einzelwillens nach höherer Lebensgestaltung in Glauben, Liebe und Kunst nun wirklich auf, begnügte er sich zwischen Brot und Kot als den Daseinspolen – so würde der Einzelne bald auch nicht mehr die Mühen der Hungerfron auf sich nehmen und alle Maschinen blieben in Kürze still stehen. Jede Macht wird nur durch die Kraft, die ihr Werden er­mög­lich­te, aufrechterhalten; die menschliche Leistung, selbst in ihrer Entartung noch eine Frucht des menschlichen vor­wärts­lan­gen­den Geistes, müsste zum tierischen Urzustand zu­rück­sin­ken, wenn der Werte schaffende Eigenwille, des Geistes Lebensboden, wirklich erlöschte; die Menschheit würde dann nicht etwa ein sozusagen maschinenbegabtes Edel­tier dar­stel­len, sondern inmitten verrosteter Trümmer der früheren Ma­schi­nen ein ganz gewöhnliches stumpfes Zweihändertier. Aus Nichterkenntnis dieses Urverhältnisses stammen schon heute die Übel unsrer Maschinengesittung, die nah an der Spreng­gren­ze der Leistungsfähigkeit angelangt ist – wohlverstanden der Leistungsgrenze nicht der Maschinen, sondern des Fron erdrückten Menschenwillens.

Das Grossgewerk, die «Maschinen»-Kultur hat schliesslich erreicht, was die Kirchenwissenschaft suchte: die Wil­lens­hö­rig­keit Aller, die Allherrschaft zwingender Massengesetze. Scho­las­tik war Geistesgewerk – das Gewerk der Maschine ist Stahl gewordene Scholastik.

* * *

Auf solchem Gewerksgeist erbaut sich das ganze heutige «wis­sen­schaftliche» Weltbild.

Von wenig Belang sind die Unterschiede, ob einer die Welt­ord­nung nun im Urstoffwirbel widerstandloser Atome er­kennt, oder im «energetischen» Ausgleich-Abfluss der Ur­kraft, oder aber im Allgeist der alle Einzeldinge als Funken hin­aus­strömt und wieder zurückzieht, oder gar als blosse Träu­me erlebt. Die Einen nehmen als wahrhaft wirklich allein die Na­tur­gesetze, denen im wesenlosen Getriebe die Sondergebilde hörig sind –, die Andern fordern im Walten der Stoff- oder Kraftgesetze das Wirken höherer Geistesgesetze zu sehn, die unmittelbarer im Allgemeingefühle des Sittenzwanges des Menschen bezeugt seien. Ob sie den Stoffglauben Büchners, den ener­ge­ti­schen Schwundglauben Ostwalds, den Sitten­glau­ben Je­der­manns teilen –, höchste Geltung hat die Ge­werks­ord­nung, der weltumfassende Zwang zum Sammeldasein.

Es darf nicht befremden, dass diese Wissen­schafts­from­men einander Willkür und Unvernunft vorwerfen. Ihre Lehren sind gar nicht «absolute» Unvernunft, sondern hunger­wahn­be­ding­te Unreife und zugleich Alterungsenge des Geistes, der jeweils bestimmte Formen annimmt, und freilich in Enge seine Überzeugung als letzten Bretterzaun ansieht. Es ist nicht Will­kür, sondern die notwendige Willenseinstellung hun­ger­ver­fron­ter Tätigkeit, die von sich aus in engstem Kreislauf das Dasein schaut; so sind es blosse Gefühls- und Berufsabarten, blosser «Konfessions»-Unterschied in der einen Allheitskirche, was die verschiednen Monisten verfeindet. Einig sind sie darin:

dass der Weltgrund von ewig-steter Wertsumme und folg­lich der Einzelne nie eine Wertmehrung zu leisten vermag;

dass den ewigen Allgesetzen unabänderlich jeder gehorcht, und folglich der Einzelne nie eine Neuordnung suchen darf;

dass die Art, die Rasse und Erbschaft die ewige Le­bens­form, ewiger Lebensinhalt ist, und folglich der Einzelne nur der Erhaltung der Art zu dienen hat, ohne jemals durch Ei­gen­ent­faltung höhere Lebensformen zu erwirken.

Die absolute Lebenshöhe liegt nach ihnen in ewiger Ur­ver­gan­gen­heit. Die Vergangenheit ist ihr Gott, wenn sie auch von «Entwicklung» reden; denn wie sie es meinen, sind die Le­bens­for­men ja ewig vorgeformt im Ur-Einerlei, und neues Wer­den ist im toten Rohstoff der Welt (Atome, Elektronen, Schein­punk­te) in ihrer Betrachtungsweise ganz unmöglich.

Entwicklung hat nur bei wirklichem Einzelstreben und Einzelwerden Sinn und Wert, und zielt auf den Zukunftstand der Natur.49 Das dürfen aber die heutigen Forscher nicht zu­geben, trotz Darwin und Haeckel.50

Was jüdische Wüstenhirten gefühlt und die Kirche gelehrt –, dasselbe predigt in Zeichen von Grossgewerbe, Gross­ge­werke und Grossverkehr, in Zeichen des Massengefüges, der Ein­heits­glau­be der Wissenschaft: allgesetzliche Nichtigkeit jedes Ein­zel­nen. Das ist das Seelenbild der Welt als Zwang.

* * *

Die Welt als Laune sahen die Menschen, solange ihr Einzelwille im ungeregelten Hungerwalten noch Gegenmächte erlebte, per­sönlich und ungezügelt –, als Zwang erblickt sie der Mensch, seit­dem seine Kräfte nur noch im eingemeindeten Hunger­be­trie­be laufen. Doch so oder so, ihm deutet der Hungergeist, die Welt als Verhängnis zu sehen.

Stützen der Gesellschaft

Irrgänge des Geistes

Inhaltsverzeichnis

 Vorwort

 Einleitung

Das monistische Weltbild:
Die Welt als Laune

IDer Urwaldglaube

IIDer Bauerglaube

IIIDer Beginn des Götzenwahns

IVDer Olympische Herrenglaube

VDer Sinaiglaube

 Warum wurde Christus zu Jesus?

 Die Rassegefahr

Das legalistische Weltbild:
Die Welt als Zwang

VIDer bürgerliche Glaube I

VIIDer bürgerliche Glaube II

VIIIDer bürgerliche Glaube III

IXStützen der Gesellschaft

 Das Geheimnis des Hungers

Das individualistische Weltbild:
Die Welt als Trotz

XVerbrecher

XIDas Widergeschick des Lebens

XIIPaulus

XIIINietzsche und Ich

 

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Gottfried Wilhelm Leibniz,
Gemälde von Christoph Bernhard Francke, 1695,
Herzog Anton Ulrich Museum, Braunschweig

Gottfried Wilhelm Leibniz war ein deutscher Philo­soph, Mathe­ma­tiker, Diplomat, Historiker und politischer Berater. Er gilt als der uni­ver­sa­le Geist seiner Zeit und wichtigster Vordenker der Aufklärung.

1672 reiste Leibniz als Diplomat des Hauses Hannover nach Paris. Dort unterbreitete er dem «Sonnenkönig« Ludwig XIV. einen Plan für einen kreuzzugähnlichen Eroberungsfeldzug gegen Ägypten, um ihn von den geplanten Eroberungskriegen in Europa abzubringen. Der König lehnte diesen Plan ab; über einhundert Jahre später jedoch setzte Napoleon ihn in der Ägyptischen Expedition um.

Leibniz entwickelte eine Rechenmaschine mit Staffelwalze für die vier Grundrechenarten, führte diese vor der Royal Society in London vor und wurde auswärtiges Mitglied dieser berühmten Gelehrten­gesell­schaft. Das von Leibniz weiterentwickelte duale Zahlensystem legte den Grundstein zur rechnergestützten Infor­ma­tions­tech­no­logie.

Georg Büchner
Wilhem Ostwald

Georg Büchner war ein deutscher Mediziner und Naturwissenschaftler, Revolutionär und begnadeter Schriftsteller. Er gilt trotz seines schmalen schrift­stel­le­ri­schen Werkes – er starb bereits im Alter von 23 Jahren – als einer der bedeutendsten Literaten. des Vormärz.

Büchner wurde von der hessischen Polizei stek­brief­lich gesucht, Grund war sein Mitwirken an der Flug­schrift Der Hessische Landbote mit dem Schlacht­ruf: «Friede den Hütten! Krieg den Palästen!».

Büchner legte seine wissenschaftliche Arbeit «Mémoire sur le système nerveux du barbeau» 1836 an der Philo­so­phi­schen Fakultät der Universität Zürich vor und wurde in absentia zum Doktor der Philosophie ernannt. Am 18. Oktober 1836 zog er nach Zürich, schon am 5. November hielt Büchner an der Universität seine Probe­vor­le­sung über die Schädelnerven und wurde zum Privat­do­zen­ten ernannt.

Büchner ein politisch kritischer Autor und Gegner der wirk­lichkeitsfremden romantischen Dichtung. Auch be­schäf­tigt er sich in seinen Werken mit zerrissenen, zwi­schen Gegensätzen schwankenden Per­so­nen, die nicht in der Lage sind, konsequente Ent­schei­dun­gen zu treffen. Die Titelfigur in Woyzeck bei­spiels­wei­se, ist aus der untersten Gesellschaftsschicht, ein damals un­ge­wöhn­li­ches Milieu für ein Theaterstück. Besonders die psy­cho­lo­gi­sche Seite seiner Figuren ist genau gezeichnet.

 

Wilhelm Ostwald war ein deutsch-baltischer Che­mi­ker und Philosoph. Er gilt als einer der Begründer der Physikalischen Chemie und lehrte an der Universität Leipzig. 1909 erhielt Ostwald den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über die Katalyse sowie seine Untersuchungen über Gleichgewichtsverhältnisse und Reaktionsgeschwindigkeiten.

Als Philosoph vertrat er die These, dass die Materie nur eine besondere Erscheinungsform der Energie sei, die damit als primär gelten könne. Ostwald bezeichnete seine Philosophie als Energetik. Sie entstand einerseits als Reaktion auf die mechanizistisch verstandene Atom­hypo­these und als Schlussfolgerung seiner Forschungen. Er war ein Kritiker des Atombegriffs, den er durch seine Energetik ersetzen wollte, obwohl er als Chemiker ständig das Atomkonzept benutzte.